Frauen in Führung – Bewusstsein und Sichtbarkeit sind ein Anfang, aber es gibt noch viel zu tun!

Vor Kurzem wurde der neueste AllBright Bericht https://www.allbright-stiftung.de/berichte veröffentlicht. Die AllBright Berichte informieren über den Frauenanteil in den Vorständen und Aufsichtsräten der größten deutschen Unternehmen. Leider sehen die Zahlen nicht gut aus. In den DAX-Unternehmen ist der Frauenanteil wieder auf den Stand von 2017 gefallen. Insgesamt stagniert der Frauenanteil in Deutschlands Führungsebenen. Andere Staaten bauen dieses Ungleichgewicht zunehmend ab. Und das, obwohl eine gemeinsame Studie der Boston Consulting Group und der Deutschen Börse zeigt, dass sich diverse Unternehmen am Aktienmarkt besser entwickeln.

Woran liegt es, dass immer noch zu wenig Frauen in Führungspositionen sind?

Die Hintergründe sind aus meiner langjährigen Erfahrung als Führungskraft vielschichtig. Sie reichen von mangelnder Chancengleichheit, Unternehmens- und Führungskultur, gesellschaftlicher Kritik an Frauen, die Beruf und Familie zu verbinden versuchen, bis hin zu fehlendem Selbstmarketing und Selbstvertrauen, aber auch der bewussten Entscheidung andere Prioritäten zu setzen.

Auf allen Ebenen wird der Schrei nach verbindlichen Quoten lauter. Die Kampagne #Ich Will setzt sich mit prominenter Unterstützung für mehr Teilhabe von Frauen ein.

Wichtig ist es aus meiner Sicht zudem, in Unternehmen eine neue Kultur zu schaffen. Eine Kultur, die es Frauen auf allen Ebenen zu jedem Zeitpunkt ihrer Karriere ermöglicht, und ermutigt, diese fortzusetzen und bis in die obersten Führungsebenen voranzubringen. Wichtig ist es heute zudem, eine Pipeline aufzubauen, um zukünftig das Bild in den Führungsebenen stärker zu verändern und durch diversere Teams zu bereichern. Hier sind vor allem die Führungskräfte gefordert, Talente zu erkennen, zu motivieren, zu fördern und Chancen zu geben.

Außerdem benötigen wir ein gesellschaftliches Umdenken. Leider habe ich häufig Klientinnen, die nach einer Babypause wieder in den Beruf einsteigen möchten, denen das Umfeld aber signalisiert, dass es nicht ok ist, mit kleinen Kindern die Karriere fortzusetzen. „Rabenmutter!“ Ein typisch deutscher Begriff, den es in anderen Ländern meines Wissens nach nicht gibt. „Du hast doch jetzt Kinder … Was musst Du denn da noch Karriere machen!“

Was ist meine Erfahrung als Führungskraft und Mutter?

Ich selbst war damit vor mehr als 19 Jahren konfrontiert. In diesem Punkt scheint sich nicht viel verändert zu haben. Niemand kritisiert eine Hausfrau und Mutter, warum wird eine berufstätige Mutter kritisiert? Es ist eine persönliche Entscheidung, die jede Frau für sich selbst treffen darf und die, wie auch immer sie getroffen wird, ok ist.

Die Betreuungsmöglichkeiten haben sich ein Stück weit verbessert. Vielen Frauen und Männern bieten sich daher mehr Möglichkeiten, aber Flexibilität muss vor allem aus den Unternehmen kommen. Elternzeit für Frauen und Männer, flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitmodelle, Job Sharing, Home Office, Netzwerke, Förderprogramme, wertschätzende Führung, Mentoring Programme, Nachwuchsförderung, Wiedereinstiegs-Konzepte u.v.m.

Solange es immer noch die Wahrnehmung bei manchen Führungskräften oder im Kollegenkreis gibt, dass nur in Vollzeit wirklich gearbeitet wird, bleibt es schwierig. Gerade Teilzeitkräfte sind sehr fokussiert und leisten am Ende mehr, als sie müssten. Einige Unternehmen leben diese Flexibilität bereits vorbildlich vor. Ich hatte Glück mit einem modernen Arbeitgeber, der mir flexible Modelle anbot. Der mich in der Kleinkindphase im Unternehmen mit Wertschätzung und einer verantwortungsvollen Aufgabe gehalten hat, und damit meine Karriere langfristig weiter unterstützt hat.

Frauen zu mehr Sichtbarkeit und Selbstbewusstsein verhelfen

Starke Frauen und starke Männer bilden noch stärkere Teams. Mir ist es daher wichtig, Frauen zu ermutigen, Ihre Karriere engagiert in die Hand zu nehmen, und Unternehmen zu unterstützen, weibliche Führungskräfte zu stärken und zu entwickeln, um diversere Teams zu bilden. Die Bedeutung von Selbstmarketing und Netzwerken zu erkennen ist ein wichtiger Schritt. Egal ob angestellt oder selbstständig, harte Arbeit allein wird nicht zum Erfolg führen, wenn einen keiner kennt. Leistung allein reicht nicht! Leistung ist eine Grundvoraussetzung!

Durch meine Arbeit als Führungskraft habe ich vor allem drei Kernproblematiken immer wieder erlebt. Daraufhin habe ich mein Workshopangebot aufgebaut. Es beinhaltet die Themen Selbstmarketing, Unterschiede in weiblicher und männlicher Kommunikation im Beruf und Konfliktmanagement. Diese Workshops biete ich sowohl online, live in Weinheim als auch In-House deutschlandweit in Unternehmen an. Zudem habe ich einen Online-Kurs speziell für Student*innen und andere Berufseinsteiger*innen entwickelt. In diesem geht es um Selbstmarketing und Sichtbarkeit schon beim Bewerbungsgespräch. Frauen bewerben sich sehr häufig erst, wenn sie mehr als 90% der Kriterien einer Stellenausschreibung erfüllen. Ich möchte junge Frauen direkt am Anfang Ihrer beruflichen Karriere unterstützen Ihre Stärken und Potentiale selbstbewusst zu nutzen, für einen erfolgreichen Einstieg in den Beruf.

Bewusstsein und Sichtbarkeit im Beruf schaffen sind ein Anfang!

Ein Umdenken in vielen Bereichen ist erforderlich und eine Änderung der Haltung möglich. Es gibt noch viel zu tun, aber das Bewusstsein und die Sichtbarkeit für die Themen wird mehr und mehr durch Studien, Kampagnen wie #Ich will und Vorbilder geschaffen.

Ich freue mich darüber, selbst auch einen Beitrag mit meiner Arbeit zur Frauenförderung leisten zu dürfen. Denn in meinen Worshops und Webinaren unterstütze ich Frauen dabei, Ihre Stärken und Potentiale noch besser zu nutzen, die Bedeutung von Sichtbarkeit und Netzwerken noch besser zu verstehen sowie die Kommunikation und den Umgang mit Konflikten zu verbessern.

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