So bleiben Mitarbeiter im Unternehmen: 5 Faktoren für eine bessere Mitarbeiterführung

Viele Führungskräfte sind leider immer noch der Meinung, dass Ansagen zu machen und Ziele festzulegen Führung ist und Mitarbeiter dann folgen.

Häufig sind sie dann erstaunt, dass es nicht funktioniert. Aufgaben bleiben unerledigt, das Betriebsklima verschlechtert sich und Mitarbeiter verlassen das Unternehmen.

Im folgenden Blogbeitrag möchte ich das Thema Mitarbeiterzufriedenheit und dessen Einflussfaktoren aus meiner Sicht und Erfahrung beleuchten. Und vor allem einige Anregungen zur Reflexion für Führungskräfte geben.

Warum ist die Mitarbeiterzufriedenheit entscheidend für den Unternehmenserfolg?

Zahlreiche Studien belegen, dass die Hauptursachen für einen Arbeitgeberwechsel die Führungskraft selbst und das Betriebsklima sind. Häufige Mitarbeiterwechsel führen zu Kompetenzverlusten, abnehmender Produktivität, finanziellem Aufwand für die Neubesetzung und ggfs. auch Demotivation durch anfängliche Mehrarbeit im Rest des Teams.

Die 5 häufigsten Fehler von Führungskräften

  • Kein Vertrauen
  • Mangelnde Wertschätzung
  • Keinen Sinn vermitteln
  • Keine Klarheit über Ziele, Vision und Strategie
  • Keine individuelle Förderung

Vertrauen geben

Gerade in Zeiten von Home-Office ist Vertrauen die Basis für eine gute Zusammenarbeit. Präsenz im Unternehmen ist keine Garantie, dass die Qualität der Arbeit besser ist als die Arbeit zu Hause. Einzig die Leistung zählt und nicht die Anzahl der Stunden. Permanente Erreichbarkeit gibt es auch im Büro nicht.

Vertrauen heißt aber auch, Mitarbeitende in Entscheidungen einzubinden und Verantwortung an sie abzugeben. Was sind die Stärken der einzelnen Mitarbeiter? Welche Aufgaben kann ich als Führungskraft abgeben und damit Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zeigen?

Wertschätzung zeigen

Wertschätzende Führung beginnt bei der Führungskraft selbst. Wer sich selbst nicht genügend wertschätzt und wenig sorgsam mit sich umgeht, tut sich auch schwer, andere wertzuschätzen. Dann kommen zum Beispiel Gedanken, wie „Ich leiste ja auch ständig Mehrarbeit, da können die Mitarbeiter das auch tun.“

Wertschätzende Führung fördert die Motivation, Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeitenden. Für Mitarbeitende ist es wichtig, dass die Führungskraft ehrliches Interesse an ihnen als Mensch hat, sie sieht, ernst nimmt, zuhört und ihre Bedürfnisse kennt.

Es gibt Führungsstile, die von Mitarbeitenden als besonders wertschätzend und motivierend empfunden werden und solche, die eher als demotivierend und wenig wertschätzend empfunden werden.

Welche Führungsstile motivieren?

Ein beratender Führungsstil zielt auf Team Building ab und nutzt die Fähigkeiten der Mitarbeiter, um Strategien zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen. Vorgesetzte beraten sich mit ihren Teams, holen Meinungen ein und berücksichtigen die Sicht des Teams.

Beim unterstützenden Führungsstil agiert die Führungskraft als Coach, der vor allem ein Ziel verfolgt: Das Potenzial seiner Mitarbeiter zu entfalten. Führungskräfte unterstützen Team Mitglieder nicht nur als Mitarbeiter, sondern auch als Mensch.

Welcher Führungsstil wird als demotivierend empfunden?

Beim autoritären Führungsstil liegt die Entscheidungs- und Weisungskompetenz ausschließlich beim Vorgesetzten. Die Mitarbeiter haben die Weisungen zu akzeptieren und auszuführen. Sie werden in Entscheidungen nicht involviert.

Eine wertschätzende Führung unter Einbeziehung der Mitarbeiter trägt maßgeblich zu einem gesunden Arbeitsklima, Zufriedenheit und Motivation bei.

Jede Führungskraft sollte sich die Frage stellen, ob sie persönlich durch den eigenen Führungsstil motiviert wäre!

Sinn geben

Ohne Wertschätzung fragt man sich nach dem Sinn seiner Arbeit. „Wenn keiner anerkennt, was ich tue, hat es dann wirklich Bedeutung?“, eine Frage, die ich oft von meinen Coachees höre.

Unsere Arbeit empfinden wir als sinnvoll, wenn:

… das, was wir tun, Bedeutung hat und Positives bewirkt.

… das, was wir tun, zu uns passt und Spaß macht.

… wir uns involviert, wertgeschätzt und verantwortlich fühlen.

… wir unsere Arbeit als Teil eines größeren Ganzen verstehen.

Es ist wichtig, dass Führungskräfte diesen Sinn vermitteln, Wertschätzung und Verantwortung geben und Ziele und Visionen klar definieren. Das schafft Vertrauen und Motivation.

Klarheit schaffen

Häufig fehlt den Mitarbeitenden Klarheit über die Ziele des Unternehmens. Was ist unsere Unternehmensvision und Strategie? Warum tun wir, was wir tun? Wofür werden wir gebraucht? Welche Werte leben wir?

Unternehmensziele sollten so formuliert werden, dass individuelle Aufgaben Bedeutung bekommen. Studien zeigen, dass viele Mitarbeitende nur eine geringe emotionale Bindung zur eigenen Arbeit haben und dadurch wenig intrinsische Motivation zeigen.

Gemeinsame Werte sind wichtig und fungieren als Kompass, an dem sich alle Teammitglieder immer wieder orientieren können. Diese Werte gemeinsam zu definieren, stärkt den Zusammenhalt.

Wenn es um die Einhaltung der Werte geht, sollten keine Ausnahmen gemacht und Abweichungen angesprochen werden.

Fördern und Stärken entwickeln

Als Führungskraft ist es hilfreich, sein Team regelmäßig zu reflektieren. Was sind die Stärken jedes einzelnen Mitarbeitenden? Wo besteht Entwicklungsbedarf oder Potenzial für mehr? Themen wie Zukunft und Entwicklung sollten zudem ein fester Bestandteil von Mitarbeitergesprächen (mindestens 2x pro Jahr) sein. Wo sieht sich der Mitarbeitende? Was sind die Stärken? Welche Kompetenzen sollen auf- oder ausgebaut werden?

Ein gemeinsam erstellter Entwicklungsplan, der konsequent verfolgt wird, ist zudem hilfreich. Nicht ist schlimmer, als wenn man nach einiger Zeit feststellt, dass nichts umgesetzt wurde. Aus-und Weiterbildung sind keine Einbahnstraße, sondern zum Nutzen des Mitarbeitenden und des Unternehmens.

Warum ist eine bessere Mitarbeiterführung so wichtig für Unternehmen

Wertschätzende Führung heißt, ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter gerne arbeiten und sich motiviert einbringen!

Führungskräfte tragen für sich selbst und ihre Mitarbeitenden in ihrer Vorbildfunktion eine große Verantwortung. Sie haben maßgeblichen Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit und somit den Unternehmenserfolg.

Zufriedene Mitarbeitende entwickeln eine hohe emotionale Bindung zum Arbeitgeber. Und bleiben länger im Unternehmen.

Zu den grundlegenden Führungskompetenzen gehört aus meiner Sicht:

  • Vertrauen,
  • Wertschätzung,
  • Sinnvermittlung,
  • Klarheit in Bezug auf Vision,
  • Strategie und Erwartungen sowie
  • Förderung und Entwicklung.

Weitere Tipps und eine gezielte Anleitung für eine bessere Selbst- und Mitarbeiterführung gibt es in meinem Workshop 3 Säulen Führungskompetenz: https://sonnenberger-coaching.de/kurse/3-saeulen-fuehrungskompetenz/

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